Soziotheatrales
Zentrum Bautzen

Theaterfestival Willkommen Anderswo 5. HeimaTraum

Liebes Publikum, liebe Freunde und Teilnehmer*innen, 

wir freuen uns Euch mitteilen zu können, dass unser Festival Willkommen Anderswo wieder in  unserer Stadt stattfinden wird.    

Unser Festival ist immer ein Aufeinandertreffen und Zusammenwirken von der Realität des täglichen Lebens und der Welt des Theaters. Wir haben dieses Jahr ein besonderes Programm entwickelt, das   den Krieg in der Ukraine thematisiert, dabei aber auch universale Fragen aufwirft: Wie sollen wir mit Menschen, die zu uns nach Deutschland geflüchtet sind, umgehen? Was können wir aus dem   heutigen Konflikt lernen? Was haben wir seit 2015 verpasst? Was bedeutet Heimat für uns? Was   verbindet uns?  

WIR MÖCHTEN DARÜBER SPRECHEN, WIE NACH UND WÄHREND DES KRIEGES NEUES LEBEN AUS ZERSTÖRTEM ENTSTEHEN KANN, WIE "ROSEN AUS RUINEN AUFERSTEHEN".   

Eine Reihe von eigenen Theaterinszenierungen und Projekte von und mit namhaften Theatern, wie   z.B. dem Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen oder dem Münchner   Residenztheater, sind Bestandteile unseres Programms.    

Ganz besonders wichtig ist uns Eure Teilnahme. Deshalb möchten wir und unsere eingeladenen   Künstler*innen Euch einladen, mit uns nach den Vorstellungen über unsere Arbeit, den Krieg in der   Ukraine und Fluchterfahrungen zu sprechen. Zudem gibt es die Möglichkeit, Euch direkt in das   Festival einzubringen, in dem Ihr an einem oder mehreren der angebotenen Workshops teilnehmt   und/oder an Initiativen mitwirkt.  

Jeden Abend im Burgtheater erwartet uns ein besonderes musikalisch-kulinarisches Programm bei dem sich alle besser kennenlernen und austauschen, sowie   die Festivalatmosphäre in der Stadt genießen können.    

Kuratiert hat das Festivalprogramm der neue Leiter des Thespis Zentrums Georg Genoux, der seit   über 8 Jahren in Frontstädten im Osten der Ukraine Theater macht. Viele Menschen aus diesen   Gebieten sind auch durch ihn nach Bautzen und Sachsen gekommen und wirken an diesem Festival   mit.    

Es geht darum, dass wir – Bautzen, Sachsen, Ukraine – einander durch Theater besser kennen und   vielleicht dadurch auch “die anderen” besser verstehen lernen. Und es geht um die große Chance in   diesen 5 Tagen, wenn hier in Bautzen viele Kulturen aus vielen Teilen der Erde aufeinandertreffen, uns gegenseitig zu bereichern und die Herausforderung, die uns gegenwärtig in unsrer Realität  gestellt werden, verständnisvoller, gestärkt und gemeinsam anzunehmen und anzugehen.    

Willkommen Anderswo in unserem HeimaTraum! 

PROGRAMM DES FESTIVALS: BITTE KLICKT HIER

 

 

 

HeimaTraum. Theatre for Displaced People - Neues Programm im Thespis Zentrum

Theater für Menschen, die aufgrund des Krieges ihre Städte und Länder verlassen mussten.

Wir eröffnen im Juni 2022 das neue Programm “HeimaTraum. Theatre for Displaced People”.  

HeimaTraum ist eine Wortschöpfung, die in sich die Begriffe Heimat, Raum und Traum miteinander verbindet. 

Und genau so einen Raum möchten wir für Menschen schaffen, die aus vielen Ländern dieser Erde zu uns nach Bautzen gekommen sind. Einen Raum der Heimat und der Träume. Einen Raum, in dem sich Menschen ihre Heimat bewahren und/oder vielleicht auch neu schaffen können. 

Und das alles mit und durch Theater. Wir werden hier viele Theaterprojekte verwirklichen, an denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene teilnehmen können, egal wie alt sie sind oder von wo sie herkommen. 

Jeder mit seinen Ideen, jeder so wie er kann und möchte. Jeder Mensch hat eine ganz besondere Geschichte zu erzählen und hat ganz besondere Fähigkeiten..

*Unser Logo ist ein zu verpflanzender kleiner Eichenspross, der an einem neuen Ort wurzeln schlagen kann aber eines Tages wieder in die Heimat zurückkehren wird und dort seine Wurzeln in die Erde der geliebten Heimat eintauchen wird.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine wird ein Schwerpunkt die Arbeit des Thespis Zentrums die Arbeit und Unterstützung von Menschen aus der Ukraine sein.

 

Wer und was ist neu im Thespis Zentrum?

Der neue Leiter des Thespis Zentrums, der Regisseur Georg Genoux, machte zuvor 8 Jahre lang im Osten der Ukraine Theater, wo er im Rahmen seiner Projekte “Theatre of Displaced People” und “Misto to Go” mit Schüler*innen, Büger*innen und Soldat*innen in den Frontstädten im Donbass arbeitete. Viele seiner Mitstreiter aus der Ukraine sind jetzt durch die Initiative “Misto to Go - Jetzt Hilfe für die Ukraine” in Bautzen und nahen Städten untergekommen. Viele von Ihnen arbeiten jetzt an den Projekten des Thespis Zentrums mit. 

Für sie möchte das Thespis Zentrum einen Ort schaffen, wo sie neue Lebensperspektiven entwickeln können, neue Menschen kennenlernen und sich in verschiedenen künstlerischen Formen ausdrücken können, wobei Theater immer eine besondere Rolle einnehmen wird.

Im Thespis Zentrum werden 2022 neben den alten Mitstreitern auch viele neue Menschen mitarbeiten, die vorher aktive Teilnehmer der Projekte von Georg Genoux waren. Es sind die Menschen aus dem Kollektiv Sachsenreggae - Bürgerbühne und dem Projekt Das Land, das ich nicht kenne, im Rahmen derer Georg Genoux seit 2018 mit Bürger*innen und Migrant*innen in Sachsen Theater macht. Auch machen Teilnehmer aus dem Projekt HeimaTraum. Bautzen am Thespis weiter, das Georg Genoux und die Künstlerin Anastasia Tarkhanova 2021/2022 am Thespis - Zentrum verwirklichten.

Zudem ist das ukrainische Projekt Misto to Go seit April 2022 Resident im Thespis Zentrum. Misto to Go ist ein internationales Theaterprojekt mit Schüler*innen aus 6 Städten im Donbass, das seit 2018 vom Auswärtigen Amt der BRD unterstützt wird.

Mit den Teilnehmern dieser Projekte werde viele weitere Workshops und Theaterprojekte im Thespis Zentrum 2022 stattfinden.

Was aber ganz wichtig ist: Das Thespis beliebt ein Ort für alle Menschen und Kulturen. Viele Programme, die Bürger*innen und Migrant*innen jetzt schon unterstützt und zwischen ihnen Dialog stiftet, gehen weiter.

 

 

 

Keine Nachrichten verfügbar.

Nicht mein Antirassismus“
Lesung und Diskussion mit der Journalistin und Autorin Canan Topçu

12. Oktober 2022 um 17:00 Uhr im Thespis Zentrum

Alltagsrassismus in Deutschland existiert. Täglich erleben Menschen hier Diskriminierung aufgrund ihres Aussehens, ihrer Religion, ihres Namens oder ihrer Muttersprache. Die Formen des Rassismus reichen von Beleidigungen in der Straßenbahn, Nachteilen bei der Wohnungssuche oder der Bewerbung um einen Job bis hin zu körperliche Gewalt und Mord.

Dass die vom rechtsterroristischen Netzwerk NSU verübte Mordserie an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zwischen 2000 und 2011 erst mit großer zeitlicher Verzögerung aufgedeckt wurde – und einige deutsche Medien zudem noch den diskriminierenden Begriff „Dönermorde“ verwandten – zeigt, wie tief rassistische Strukturen hier verwurzelt sind. Viele Angehörige der Ermordeten zweifelten nach den traumatischen Erfahrungen dieser Jahre am deutschen Rechtsstaat. 

Wie können wir rassistische Strukturen gemeinsam überwinden? Welche Maßnahmen fördern eine offene Gesellschaft, welche Forderungen bauen dagegen neue Wände auf? Mit diesen Fragen setzt sich die Journalistin und Autorin Canan Topçu auseinander. In ihrem aktuellen Buch „Nicht mein Antirassismus“ beschreibt sie zum einen ihre persönlichen Erfahrungen als Kind türkischer „Gastarbeiter“ in Deutschland, dem Ausgrenzung und Diskriminierungserfahrungen nicht erspart geblieben sind. Zum anderen schildert Canan Topçu aber auch viele positive Begegnungen und Perspektiven, die ihre zweite Heimat ihr bietet.

Im Kampf gegen Rassismus möchte sie nicht einseitig verurteilen und neue Gräben schaffen, stattdessen plädiert sie für Dialog, Zuhören und Offenheit.  Die Veranstaltungen bietet eine Möglichkeit, ihrem Plädoyer zu folgen und konstruktiv mit Frau Topçu über Antirassismus nachzudenken und zu debattieren.

 

 

Programm Festival Willkommen Anderswo 5. HeimaTraum

Das komplette Programm des Festivals findet Ihr, wenn Ihr HIER draufklickt

 

 

 

 

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen